Pop Parnass für Klavier

Art.Nr.: 610476

Sprache: deutsch

Autor: Manfred Schmitz

ISBN: 978-3-89922-201-2

EUR 26,95
inkl. 7 % USt

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Auf ein Wort
Um die typische musikalische Sprache der unterschiedlichen Stilrichtungen überzeugend zum Klingen zu bringen, sollte schon so viel Spielerfahrung in den Fingern sitzen, dass bisher ungewohntes rhythmisches „Kleinholz“ nicht zum Hindernis wird. Hier erwarten uns nämlich neue rhythmische Spielformen, die am besten mit viel Spielspaß gemeistert werden.
[…]

Wichtig ist zu wissen:
Jeder Musikstil besitzt eigene typische Merkmale, die sich im Lauf der Zeit herausgebildet haben und die ihn von anderen Stilen unterscheiden. Wir finden solche Merkmale hauptsächlich in den Bereichen
• Metrik/Rhythmik
• Harmonik
• Melodik
• Satztechnik und Arrangement
• Artikulation

Über die fortschreitenden LEVEL in diesem Buch werden in praktischen Schritten spieltechnische Grundformen vermittelt und erweitert, die euch helfen, Wege zum stilsicheren Improvisieren und Komponieren zu entdecken. Nun noch einige Worte zu dem vorliegenden Fundus populärer Stilrichtungen, die wir gemeinsam erobern wollen:

Pop-Romantik
Das ist eine gefühlsbetonte Musizierweise, die sich mittels präzisem (!) Pedal-Einsatz in einem großen Klangbild entfaltet. Stets hat die Melodiehand auf dem Tastengrund mf (dolce) zu singen, während die Begleithand leicht in der Tastenschwebe (p/mp) über die Töne streicht. Wenn sie genau so laut spielen würde wie die Melodiehand, dann würde der Klang eher „mulmen“.

Jazz
Stiltypische melodische Wendungen im swingenden triolischen oder ternären Spiel werden in unterschiedlichen Floskeln spielfreudig erweitert.
[…]

Ragtime (von ragged time = engl. zerrissene Zeit)
Das ist eine Spielform, in der stark synkopierte Melodien an Marschmusik erinnernden Bass- und Begleitfiguren gegenüberstehen. Der Ragtime kann als Vorläufer des Jazz gesehen werden. Er entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorwiegend als Unterhaltungsmusik in Saloons und Bordellen, meist gespielt auf mehr oder weniger gepflegten Klavieren, manchmal auch auf anderen Instrumenten (z. B. Banjo).
[…]

Boogie Woogie
Auch hier hat die linke Hand eine tragende Rolle bei der Bildung eines rhythmischen Teppichs. Ebenfalls vorwiegend als Piano-Stil ist der Boogie Woogie ursprünglich eher das afro-amerikanische „Gegenstück“ zum Ragtime, wobei hier der Stil stärker durch die triolische Spielweise (auch als Shuffle) und das akzentuierte Legato geprägt ist. […]


Blues
Der Blues kann (neben dem Ragtime) als die wesentlichste „Wurzel“ des Jazz und des Rock angesehen werden. Er hat sich Ende des 19. Jahrhunderts aus der Vermischung afrikanischer Melodik mit Einflüssen aus der Country-Musik entwickelt und war ursprünglich fast ausschließlich die Musik der in den USA versklavten Afrikaner.
[…]
 

Tango
Der Ursprung des Tango liegt in Südamerika (Argentinien und Uruguay). Typisches Merkmal des Tango: Ein ausdrucksstarker, leidenschaftlicher Tanz eines Paares wird von einem Instrumentalensemble musikalisch mitgestaltet, in dem neben Perkussionsinstrumenten, Kontrabass und eventuell einer Gitarre vor allem auch das Bandoneon eine wesentliche Rolle spielt, das von deutschen Einwanderern nach Südamerika „eingeschleppt“ wurde.
[…]

Rock
In der Rockmusik findet man bekanntermaßen eine große Vielfalt an Stilen und Ausdrucksmitteln vor – von äußerster Härte bis hin zu gefühlvollen Balladen. Der Sound wird durch Bands in überwiegend „klassischer“ Besetzung mit Drums, Bassgitarre, E-Gitarren, eventuell Keyboards und meist mit Gesang geprägt. Die damit verbundene Klangwirkung mit zwei Händen allein auf dem Klavier zu realisieren, erfordert Einiges an grifftechnischer Sicherheit.
[…]

Im Take-Five-Shop (Jazz Extra)
Take Five ist der Titel eines durch das Dave-Brubeck-Quartett berühmt gewordenen Jazz-Stücks, das vom Tenorsaxophonisten Paul Desmond komponiert wurde. Die Besonderheit dieser Komposition ist der ungewohnte 5/4-Takt – eine Kombination aus 3 Vierteln und 2 Vierteln. Solche rhythmischen Sequenzen, aus denen sich auch andere „ungerade“ Taktarten zusammensetzen, sind ansonsten eher typisch für die Folklore des Balkans, in der diese rhythmischen Sequenzen für einen besonderen schwebenden, fließenden Charakter sorgen. Diesen gilt es nun, schrittweise zu erleben, damit zur Hör- und Spielgewohnheit werden zu lassen und dann möglichst auch zu lieben.

Pop Parnass für Klavier

Manfred Schmitz (1939–2014), der als Pianist, Komponist und Arrangeur zu den wichtigsten Vertretern der populären Musik seiner Zeit gehörte, war auch ein außerordentlich produktiver Lehrer und Autor musikdidaktischer Literatur. Bereits als Dozent an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar verfasste er den JAZZ PARNASS – inzwischen ein Standard-Lehrwerk, das so gut wie jeder Pianist im deutschsprachigen Raum kennt. Umfangreiche Erfahrungen aus dem Unterricht mit Schülern aller Altersgruppen finden sich in etlichen Lehrwerken für Klavier und Ensembles wieder. Viele seiner Lehr- und Spielbücher sind beim AMA-Verlag erschienen – so z. B. „Jugend-Album für Klavier“, „Eine kleine Jazz-Musik“. Ein zentrales Anliegen seiner didaktischen Arbeit war, das handwerklich solide Vermitteln von Stilelementen des Jazz, Blues und der Popmusik auf eine Weise, die in allen Lernstadien von Anfang an immer auch mit viel Spaß am Spielen verbunden ist.

Dieses Anliegen führt Manfred Schmitz in seiner Stilfibel zur populären Musik fort, dem POP PARNASS. Das hier vorliegende Buch ist in 10 Schwierigkeitslevels untergliedert und enthält mehr als 180 Stücke. Inspiration zu seinen Kompositionen findet Manfred Schmitz dabei in der Pop-Romantik, dem Jazz, dem Ragtime, Boogie Woogie, dem Blues, dem Tango, Rock und Take-Five-Shop (Jazz). Alle Stile sind mit 3-4 Stücken in den jeweiligen Schwierigkeitsgraden zu finden, so dass der Spieler sich nicht chronologisch durch das Buch arbeiten muss, sondern sich die Stücke nach seinen Vorlieben und seinen technischen Vorkenntnissen aussuchen kann.

Wie auch schon das „Jugend-Album für Klavier“ wird diese Sammlung zu einem langjährigen Begleiter beim Klavier-Lernen oder -Spielen und zu einer beliebten Ergänzung zum „klassischen“ Repertoire im Unterricht oder für das Solopiano-Konzert. Denn für Vorspiele jeglicher Art empfiehlt Manfred Schmitz, die kurzen Stücke zu 3-, 4- oder 5-sätzigen Suiten zusammenzustellen, um durch die unterschiedlichen Stile ein interessantes und abwechslungsreiches Spiel- und Hörerlebnis zu bewirken.

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Weitere Artikel von Manfred Schmitz

Jugend Album für Klavier

Klavier – die Schule für alle - Band 1

Klavier – die Schule für alle - Band 2

Erster Weg zum Spielen nach Akkordsymbolen - Band 1

Klavier – Erster Weg zum Spielen nach Akkordsymbolen - Band 2

Piano in Concert

Solo for 3. Band 2

Solo for 3. Heft IV

Ständchen mit sechs Händchen

Erste Klavierstücke für Florian

Eine kleine Jazz-Musik

Pop Parnass für Klavier

Auf ein Wort

Level I
1. Lullaby for Alice
2. Mini-Swing
3. Mini-Rag I
4. Mini-Rag II
5. Mini-Boogie I
6. Mini-Boogie II
7. Mini-Blues-Solo
8. Mini-Blues-Duett
9. Mini-Blues-Dialog
10. Mini-Blues
11. Adios, Amigo I
12. Tango-Lied
13. Erste Tango-Ballade
14. Mini-Rock-Power
15. Mini-Rock-Dialog I
16. Mini-Rock-Dialog II
17. Mini-Rock-Dialog III

Level II
18. Eine kleine Traurigkeit
19. Kleine Fantasie I
20. Kleine Fantasie II
21. Etüde in Swing
22. Swinging in the Morning
23. Mini-Marathon in Swing
24. Tonleiter-Swing in C
25. Rhythmische Gymnastik in der Ragtime-Schule
26. Ragtime-Jogging
27. Rag für Jack
28. Erinnerungen an einen Oldie
29. Boogie-Woogie-Hit I
30. Boogie-Fitness I
31. Boogie-Fitness II
32. Fantasie in Blues I
33. Blues-Fitness
34. Happy Blues
35. Blues-Jogging I
36. Kleine Tango-Etüde
37. Tango-Dialog
38. Elegischer Tango I
39. Elegischer Tango II
40. Rock-Day
41. Kleine Rock-Ballade I
42. Kleine Rock-Ballade II
43. Kleine Rock-Ballade III

Level III
44. Candelight I
45. Candelight II
46. Romantische Fantasie
47. Swing-Idee
48. Swing-Jogging
49. The Little Swing-King I
50. Hello, Keep Swinging!
51. Ragtime-Party I
52. Ragtime-Party II
53. Ragtime-Party III
54. Kleiner Ragtime-Virtuose
55. Boogie-Fitness III
56. Boogie-Fitness IV
57. Boogie „Im Keller“
58. Mini-Blues-Feeling
59. Lagerfeuer-Blues I
60. Spontane Tango-Idee
61. Lustige Tango-Idee
62. Kleine Tango-Studie
63. Rock-Idee
64. Crime-Time in Rock
65. Power-Rock I
66. Power-Rock II

Level IV
67. Fantasie in F
68. Präludium für …
69. Fantasie in C
70. Präludium facile
71. Jazz-Club-Flair
72. Invention in Swing I
73. Invention in Swing II
74. Jazz-Drive
75. Auf dem Ragtime-Karussell I
76. Ragtime-Concertino
77. Auf dem Ragtime-Karussell II
78. Happy Rag
79. Boogie-Woogie-Hit II
80. Boogie-Fitness V
81. Boogie-Woogie-Groove I
82. Boogie-Woogie-Feeling I
83. Riff-Blues
84. Eine kleine Blues-Idee
85. Blues-Jogging II
86. Ein Tango-Traum (Tango sueño)
87. Tango-Entree
88. Auf, zur Tango-Show!
89. Hallo, Rocky!
90. Spontane Rock-Idee
91. Rock-Etüde
92. Hammerhart I

Level V
93. Ein trauriger Tag
94. Ballade unterm Regenbogen
95. Der fröhliche Frühaufsteher
96. Mini-Jazz-Invention I
97. Mini-Jazz-Invention II
98. Mini-Jazz-Invention III
99. Mini-Jazz-Invention IV
100. Ragtime-Gymnastik I
101. Frühlings-Ragtime
102. Boogie-Woogie-Pausen-Jogging
103. Pausenloses Boogie-Woogie-Jogging
104. My Boogie-Time
105. Riff-Blues
106. Lagerfeuer-Blues II
107. Tango-Flair
108. Tango-Chanson I
109. Tango-Chanson II
110. Rock-Invention
111. Rock-Feeling I
112. Rock-Feeling II

Level VI
113. Fantasie im Zwielicht
114. Fantasie mélancholique
115. Jazz-Waltz for You
116. Jazz-Waltz mit links
117. Lustige Etüde in Rag I
118. Lustige Etüde in Rag II
119. Boogie-Woogie-Etüde
120. Boogie-Woogie-Hit III
121. Cowboy-Blues
122. Schwarze Tränen
123. Tango Memory
124. Adios, Amigo II
125. Hammerhart II
126. Rock-Prolog I
127. Rock-Prolog II
128. Rock-Prolog III

Level VII
129. Kleine Träumerei
130. Romantische Szene
131. Kleines Jazz-Intermezzo I
132. Kleines Jazz-Intermezzo II
133. Jazz-Party
134. Sunday-Rag
135. Ragtime-Concertino
136. Boogie-Woogie-Groove II
137. Boogie-Woogie-Feeling II
138. Fantasie in Blues II
139. Blues Live
140. Tango Concertino
141. Tango Energico
142. Rock-Studie I
143. Rock-Studie II

Level VIII
144. Ein flüchtiger Traum
145. Ruhiger Abend
146. Jazz-Drive-Time I
147. The Little Swing-King II
148. Jazz-Drive-Time II
149. The Little Swing-King III
150. Auf dem Ragtime-Karussell II
151. Kleine verrückte Ragtime-Fantasie
152. Boogie-Fitness VI
153. Boogie-Fitness Extra
154. Boogie Woogie in Concert
155. Sexten-Blues
156. Mississippi-Blues
157. Zweite Tango-Ballade
158. Große Tango-Ballade
159. Rock-Festival
160. Rock-Studie III

Level IX
161. Großes Chanson in A-Moll
162. Verträumte Meditation
163. Jazz-Prélude I
164. Jazz-Prélude II
165. Jazz-Drive-Time III
166. Ragtime-Invention
167. Ragtime-Gymnastik II
168. Boogie-Woogie-Hit IV
169. Boogie-Woogie-Groove III
170. Old Blues Time
171. Profi-Blues
172. Große Tango-Studie
173. Tango-Concerto
174. Rock-Studie IV
175. Rock-Finale

Level X Jazz Extra – Im Take-Five-Shop
176. Der kesse FÜNFER
177. FÜNFER-Song I
178. FÜNFER-Song II
179. Der fröhliche FÜNFER
180. Der kleine EXTRA-FÜNFER
181. Der große EXTRA-FÜNFER
182. FÜNFER-Lied I
183. FÜNFER-Lied II
184. FÜNFER-Lied III
185. FÜNFER-Scherz
186. Take Five Live

Beispielseiten

Pop Parnass - Die Stilfibel der populären Musik

Manfred Schmitz dürfte wohl zu den fleißigsten Musikern der Gegenwart zählen. Dabei verbindet sich sein Schaffen als Pianist, Komponist, Arrangeur und Bandleader seit jeher auf einzigartige Weise mit seinem Engagement für den musikalischen Nachwuchs. Jahrgang 1939, studierte er von 1957 bis 1962 Klavier an der Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar, wo er von 1968 bis 1984 selbst als Dozent im Bereich Jazz und Unterhaltungsmusik tätig war. Aus einer Ansammlung für diesen Zweck selbst geschaffenen Unterrichtsmaterials entstand so – ganz nebenbei – in den 1970er Jahren der 3-teilige JAZZ-PARNASS – bis heute eines der Standardwerke in Sachen Jazz-Piano, das sogar ins Russische übersetzt wurde und in der damaligen UdSSR in 25.000 Exemplaren erschien. Aber auch seine umfangreiche kompositorische Tätigkeit in nahezu allen Genres der Populärmusik setzte sich in seiner Lehrtätigkeit fort. Während er über viele Jahre hinweg für das Repertoire so namhafter Interpretinnen wie Gisela May, Uschi Brüning u. v. a. schrieb, sie auf dem Piano begleitete und mit dem Manfred-Schmitz-Trio europaweit jazzte, förderte er sowohl in Weimar z. B. Chanson-StudentInnen als auch an der Musikschule Berlin-Köpenick SchülerInnen, indem er für sie komponierte und mit ihnen produzierte. So ist er heute von etlichen BerufskollegInnen umgeben, von denen viele auf die eine oder andere Weise einmal Schüler bei ihm waren. Vielen Musikpädagogen ist Manfred Schmitz vor allem durch die große Bandbreite an LEHR- und SPIELLITERATUR für verschiedenste Instrumente und Ensembles bekannt, die sich an Vorschulkinder, Anfänger und auch Fortgeschrittene richtet. All dies ist wiederum eine Nebenwirkung seiner langjährigen Arbeit mit Schülern und Schüler-Ensembles als leitender Lehrer in der Musikschule Berlin-Köpenick bis zum Jahre 2004. Und statt nunmehr den Ruhestand wörtlich zu nehmen, geht die Aufarbeitung dieser Erfahrungen in eine neue Runde.
Leider verstarb Manfred Schmitz nach kurzer, schwerer Krankheit am 07.07.2014.