Hersteller: Brzoska, Ingo

Die AMA-Gitarrenschule für Kinder

Art.Nr.: 610189

Sprache: deutsch

Autor: Ingo Brzoska

ISBN: 978-3-927190-92-4

Hersteller: Brzoska, Ingo

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Das Einstiegsalter für den Gitarrenunterricht ist in den letzten Jahren ständig gesunken. Viele Kinder möchten heute schon ab ca. sechs Jahren mit dem Gitarrenspiel beginnen. Bedingt ist diese Entwicklung im wesentlichen durch zwei Faktoren, die auch dafür sorgen, daß Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen in den Unterricht kommen:

Zum einen sorgt der starke Ausbau der musikalischen Früherziehung für eine beständige Nachfrage von Kindern, die bereits früh in den Instrumentalunterricht wollen; diese Kinder haben bereits erste musikalische Erfahrungen gemacht und haben schon eigene Vorstellungen über den Musikunterricht. Zum anderen ist allgemein zu beobachten, daß Kinder in vielen Lebensbereichen früher gefördert werden. Kinder, die durch diese Entwicklung ohne den Besuch eines musikalischen Elementarkurses in den Gitarrenunterricht kommen, haben noch keine musikalischen

Vorkenntnisse, sie kommen ohne vorgeprägte Erwartungen zum Unterricht
Viele bewährte Unterrichtsmaterialien für den Gitarrenunterricht gehen noch von einem Anfangsalter von ca. 10 Jahren aus. Der Unterricht mit der Altersgruppe der Sechs- bis Neunjährigen inzwischen allgemein als "frühinstrumentaler Gitarrenunterricht" bezeichnet - benötigt jedoch anderen Unterrichtsstoff. Die Kinder dieser Altersstufe haben andere Anforderungen an den Unterricht und sie bringen andere motorische, kognitive und soziale Voraussetzungen mit. Der

Gitarrenunterricht muß in Methodik und Didaktik sorgfältig auf das Leistungsvermögen dieser Altersgruppe abgestimmt werden, um sichere Grundlagen zu schaffen und anhaltende Leistungsanreize zu bieten.

Diese Gitarrenschule für Kinder bietet Unterrichtsmaterial und einen Unterrichtsweg, der in vielen Jahren durch praktische Erfahrung entstanden ist.

Der Aufbau ist orientiert an einer allmählichen Progression, die in kleinen, aufbauenden Schritten die grundlegenden musikalischen Elemente und Spieltechniken einführt. Dabei liegen verschiedene Prinzipienzugrunde:

Anschlagstechnik:
Ausgangspunkt ist der Daumenanschlag mit angesetzten Fingern (an der ersten Saite). Hiermit kann eine gute, kontrollierte Arm- und Handhaltung erreicht werden; gleichzeitig wird durch den in diesem Alter sicher ausführbaren Daumenanschlag eine gute Tonvorstellung und eine gute Tonqualität gefördert.

Als nächster Schritt ist der angelegte Anschlag (Apoyando) als Einfingeranschlag und/oder als Wechselschlag vorgesehen. Das "Apoyando" ist für diese Altersgruppe wichtig, um noch vorhandene motorische Unzulänglichkeiten durch die sichere Anschlagsbewegung aufzufangen und die Tonqualität auszubauen. Der freie Anschlag (Tirando) sollte allerdings nicht zu spät eingeführt werden, um eine einseitige technische Fixierung zu vermeiden. In dieser Schule wird der Tirando-Anschlag in einfachen Begleitungen eingesetzt, die überwiegend mit p und i bzw. mit p und m

gespielt werden. Unbenutzte Finger sollen hier unbedingt als Stützpunkte auf den Saiten eingesetzt werden, um eine gute Haltung und die Bewegungsrichtung der Finger kontrollieren zu können.

Tonraum:
Das Erlernen der Töne erfolgt in der ersten Lage, ausgehend von den Leersaiten. Ungewöhnlich ist vielleicht der Aufbau vom gegriffenen a auf der dritten Saite zum d-moll-Fünftonraum. Aber dieser Weg bietet eine Reihe von Vorteilen:

Der Mittelfinger als zentraler Greiffinger spielt eine wichtige Rolle für die Treffsicherheit; durch das Greifen auf der dritten und vierten Saite sind Fehlhaltungen der linken Hand leichter zu verhindern; dieser Tonraum entspricht einer angenehmen Singlage der Kinder. Die Einführung der zweiten Saite ist verbunden mit dem Einsatz des vierten Fingers im dritten Bund. Dies entspricht der natürlichen Handspanne der Kinder und fördert eine flexible Handhaltung.

Musikalische Elemente:
Entwickelt werden soll ein sicheres Gefühl für das Metrum, Taktakzente und die Notenwerte (Ganze, Halbe, Viertel und Achtel). Phrasierung und Dynamik sind einige Male als Beispiele angegeben; die musikalische Gestaltung sollte jedoch für jedes Stück im Unterricht festgelegt werden.

Didaktische Konzeption:
Günstig ist in dieser Altersklasse der Gruppenunterricht mit zwei bis vier Schülern, der eine abwechslungsreichere Stundengliederung zuläßt. Bei vielen Stücken können mehrere Kinder beschäftigt werden; gleichwohl kann im Einzelunterricht auch alles mit einer Gitarre realisiert werden. Die Begleitsätze sind in der Regel der jeweiligen Ausbildungsstufe angepaßt. Bei einigen wenigen Stücken greifen die Begleitungen im Tonumfang oder in der benötigten Spieltechnik voraus; sie sollen im weiteren Verlauf der Schule nachgeholt werden.

Die Akkordbezifferung ist als Ergänzung für die Lehrkräfte gedacht. Fingersätze sind für beide Hände nur dort sparsam angegeben, wo ein bestimmtes Übeziel erreicht werden soll. Ansonsten soll die Erarbeitung der Fingersätze Bestandteil des Unterrichtes sein, das Ergebnis kann ohne Verwirrung durch ausgedruckte Vorgaben eingetragen werden. Einige Stücke sind z.B. auch in der zweiten Lage mit oder ohne Verwendung von Leersaiten gut spielbar.

Als erweiterndes Element ist der Einsatz von zusätzlichen Instrumenten vorgesehen. Es sollten mindestens: eine Handtrommel, eine Triangel und Klanghölzer vorhanden sein. Schön wären daneben auch Stabspiele (möglichst ein Tenor/Baßxylophon) und klingende Baßstäbe im Umfang einer Oktave, die die Akkordbezifferung mitspielen können.

Viele Melodien können ebenfalls gut auf Sopran-/Altblockflöte oder anderen Melodieinstrumenten gespielt werden, so daß die Zusammenarbeit mit anderen Instrumentalklassen gefördert werden kann.

Diese Gitarrenschule für Kinder strebt in vielen Punkten eine offene Gestaltung im Unterricht an. Die Schüler sollen in vielfältigen Bereichen beteiligt werden (z.B. Fingersätze, musikalische Gestaltung), um so die Vielfalt der Möglichkeiten besser kennenzulernen und ihre Selbständigkeit zu entwickeln.

In den textlichen Erläuterungen sind deshalb auch nur wichtige, grundsätzliche Dinge erklärt. Individuelle Anpassung an Haltung und Spieltechnik müssen mit Anleitung der Lehrkräfte im Unterrichtthematisiert werden, um unnötige Verwirrungen zu vermeiden.

Die musikalische Grundausbildung für Gitarre für Kinder ab 6 Jahren

Nach dem Studium der „allgemeinen Musikerziehung“, der „Instrumentalpädagogik Gitarre“ und dem Besuch zahlreicher Meisterkurse (bei Karl Scheit, Alexandre Lagoya und Hubert Käppel) beschäftigte sich Ingo Brzoska mit dem frühinstrumentalen Gitarrenunterricht (ab ca. 6 Jahren) und hat mit der „AMA Gitarrenschule für Kinder“ eine Schule geschrieben, die sich an eine Altersgruppe zwischen 6 und 10 Jahren richtet.

In kurzen, aufeinander aufbauenden Kapiteln werden die Schüler in die ersten Grundlagen (u. a. Instrument, Sitzhaltung, Daumenanschlag, Notenwerte) des Gitarrenspiels als Basis eingeführt. Ziel dieser Schule ist für den Autoren, dass die Schüler am Ende Grundkenntnisse über die Töne der ersten Lage, die Tonarten, Notenwerte und dynamische Elemente haben. Das Erlernte wird dabei immer im spielerischen Umgang durch Wiederholungen von kleinen Segmenten gefestigt.

Didaktisch hervorragend ausgearbeitet ist dieses Buch mit seinen kleinen auflockernden spielerischen Übungen eine Fundgrube für jeden Lehrer, der diese Schule in Kleingruppen (zwischen 2 und 4 Schülern) einsetzen kann. Die CD, auf der eine Auswahl von 45 Übungen des Buches eingespielt ist, eignet sich dabei auch als eigenständiges Lernwerkzeug. Etliche Such- und Ratespiele sowie lustige Illustrationen runden den Lernerfolg ab und sorgen bei den Kindern für den notwendigen Fun-Charakter um den Spaß beim Lernen nicht zu verlieren.

Mit einer Auswahl an Songs wie „Jingle Bells“ oder „Ihr Kinderlein kommet“ (gesetzt für 3 Gitarren) lernen die Schüler am Ende des Buches das erste Ensemblespiel und erfahren so bei Vorspielen erste Erfolgserlebnisse. Damit haben Schüler ein umfassendes Rüstzeug, um mit weiterführenden Gitarrenschulen („Gitarrenspielereien“ von Ingo Brzoska, AMA-Nr. 610200 oder „Abenteuer Gitarre“ von Jens Kienbaum, AMA-Nr. 610309) weiterzuarbeiten.

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Next Level

Mach mit uns Musik. 1: Blockflöte/Querflöte

Mach mit uns Musik. 2: Violine/Mandoline

Mach mit uns Musik. 3: Gitarre

Mach mit uns Musik. 4: Violoncello

Mach mit uns Musik. 5: Klavier/Keyboard/Akkordeon

Mach mit uns Musik. 6: Klarinette/Trompete

Mach mit uns Musik. Lehrerband

An die Saiten, fertig, los! – Lehrerhandbuch

An die Saiten, fertig, los! – Schülerheft Gitarre

An die Saiten, fertig, los! – Schülerheft Mandoline

An die Saiten, fertig, los! – Schülerheft Melodieinstrument in C

An die Saiten, fertig, los! – Ergänzungsband

Systematische Übersicht

Allgemeine Grundlagen

Instrument, Bezeichnungen, Zubehör

Sitzhaltung

Leersaiten (Saitenquiz; ein kleiner Zoo; Begrüßungsspiel; Was ist hier passiert?; Saitensprünge; Daumentanz; Alles wahr, oder was?; Glocken; Begleitungen zu verschiedenen Stücken)

Daumenanschlag

Metrum und Taktarten

Notenwerte

Vorzeichen

Einführung der Töne

G-Saite: gegriffenes a

(Der erste Griff; So oder so; Drei Übungen mit Schlagwerk; Auf und ab; Abzählvers; Hin und her; Zaubersprüche 1-3; verschiedene Begleitungen)

D-Saite: Quintraum d - a

(Drei Übungen mit Schlagwerk; Schlaflied; Solo für einen Finger; Treppauf - Treppab; Fing mir eine Mücke heut'; Tierischer Song; Melodie mit Variationen; Laut und Luise; Ungarische Melodie; Sascha liebt nicht große Worte; Solo für zwei)

H-Saite: Quintraum g - d

(Abzählspruch; Fingerjogging; Skandinavischer Tanz; Hallo Echo?; Ratelieder; Melodie aus England)

Oktavraum d - d

(Von D-D; Verfolgungsjagd; Aus Spanien)

Sextumfang g - e'

(Taler, du mußt wandem; Übekanon; Jimbo; Miniblues Nr. 1)

Hohe E-Saite

auf den drei Melodiesaiten

(English song; Stolper-Walzer; Abendlieder; Pyramide; Saitentanz; Der Kreisel; Schlängelei)

A-Saite

(Hier tanzt der Bär; Schlaflied; Miniblues Nr. 2; Achterbahn)

tiefe E-Saite

(Drehwurm; King Kong; Hoch und tief; Begleitungen zu verschiedenen Stücken; Karawane; Frühlingslied)

Anschlag

Daumenanschlag

Anschlag mit den Fingern (Apoyando; Wechselschlag)

Tirando (Wechsel Daumen und Finger)

(Der Jahreskreis; Auf der Mauer, auf der Lauer; Preludio; Total platt; Tanz; Ständchen; English song; Schlaflied; Tagtraum; Schwedischer Erntetanz; Fata morgana)

Notenwerte

Viertel, Halbe und punktierte Halbe

Ganze Noten

Pausen

Achtelnoten

(Karawasaharawa; Am Ufer des Ohio; Skip to my lou; Zwei Kanons in F-dur; Boogie-Woogie; Schwedischer Erntetanz; Total platt; Tanz; Ständchen)

Musikalische Elemente

Lautstärke

Tempo

Klangfarben

Ingo Brzoska, Jahrgang 1957, Musikstudium an der Musikhochschule Köln/Wuppertal mit Staatsexamen in „Allgemeiner Musikerziehung“ (Prof. Karl-Heinz Zarius), „Instrumentalpädagogik Gitarre“ (Prof. Alfred Eickholt) und künstlerischer Reifeprüfung (Prof. Dieter Kreidler) sowie Besuch zahlreicher Meisterkurse. Seit 1980 Unterricht an Musikschulen und als selbstständiger Gitarrenlehrer, 1989 Musikschulleiter, seit 1990 Aufbau und Leitung der städtischen Musikschule Bottrop. Beschäftigung mit frühinstrumentalem Gitarrenunterricht (ab ca. 6 Jahren) und seit 1985 Entwicklung einer methodischen und didaktischen Konzeption speziell für diese Altersgruppe. Musikalisch aktiv in Kammermusikbesetzungen und als Solist, Leitung von Zupf- und Gitarrenorchestern, Autor von Unterrichtslehrwerken und Dozent bei Fortbildungsveranstaltungen.